Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbauernfamilien in Adaba, Äthiopien

Äthiopien hat eine Gesamtfläche von 1.104.300 km² und besteht größtenteils aus einem Hochland, das sich von der Grenze Eritreas bis fast nach Kenia erstreckt. Zwei Drittel Äthiopiens befindet sich über 3.000 m Höhe und bildet das „Dach Afrikas“. Eines der großen Umweltprobleme Äthiopiens ist Waldrodung und Übernutzung der Wälder, die dazu geführt haben, dass mehr als 90% der alpinen Vegetation verschwunden ist. Zu den größten Herausforderungen des Landes gehören eine unterentwickelte Infrastruktur und eine kleinbäuerlich geprägte Landwirtschaft, die auf Eigenversorgung ausgerichtet und stark von den Regenzeiten abhängig ist. Der Klimawandel, ausbleibende Regenfälle, fortschreitende Entwaldung und Bodenerosion ziehen Dürreperioden und Nahrungsmittelknappheit nach sich. Mehr als 112 Mio. Menschen (Stand 2019) leben in Äthiopien.

Das Projektgebiet liegt im Distrikt Adaba in den Bale-Bergen, der zweithöchsten Bergregion Äthiopiens, 240 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba. Die ländliche Bevölkerung des Distrikts Adaba betreibt vorwiegend Subsistenzlandwirtschaft. Ihr Leben ist durch einen Mangel an grundlegenden sozialen Einrichtungen, Beschäftigungsmöglichkeiten, Zugang zu öffentlichen Gesundheits- und Bildungsdienstleistungen, sowie ausgewogener Ernährung gekennzeichnet. Neben dem Bevölkerungsdruck tragen auch eine geringe landwirtschaftliche Produktivität und ein Mangel an alternativen Lebensgrundlagen wesentlich zur Armut der lokalen Bevölkerung bei. Einen Ausweg bot bisher die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutz- und Weideflächen. Diese hat sich inzwischen jedoch auf das angrenzende Gebiet des Bale Mountains Nationalpark verlagert, dessen Ökosystem dadurch immer mehr gefährdet ist.

Bale Nationalpark

In 5 Gemeinden des Distrikts Adaba sollen die Lebensbedingungen der Kleinbauernfamilien in Bezug auf Einkommen, Gesundheit und Ernährung verbessert werden und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in ihrer Umgebung und des Schutzgebiets beitragen.

Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Intensivierung und Ausweitung des bereits erfolgreich getesteten und praktizierten Anbaus von        Hochlandobstbäumen sowie des Gemüseanbaus.
  • Ausweitung der modernen Bienenhaltung, wobei vermehrt Jugendliche und Frauen für die Bienenzucht gewonnen werden sollen.
  • Regelmäßige Schulungen der Landwirte in den Grundlagen einer nachhaltigen Landwirtschaft und umweltfreundlichen landwirtschaftlichen Praktiken.
  • Aufbau der Kapazitäten der Genossenschaften, z.B. zur Erstellung und Umsetzung realisierbarer Geschäftspläne und ein effektives Management.
  • Regelmäßige Schulungen zu allgemeiner und reproduktiver Gesundheit für sogenannte „Peer Educators“, die ihr Wissen systematisch in ihren Gemeinden weitergeben.
  • Informationskampagnen zur Verbesserung der bestehenden staatlichen Gesundheitsdienstleitungen
  • Unterstützung lokaler Gesundheitseinrichtungen, um deren Reichweite bei der Bereitstellung von  Dienstleistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit zu verbessern.
  • Verbesserung der Produktion und Erleichterung des Zugangs bedürftiger Haushalte zu Energiesparherden.
Bienenhaltung

Projektträger:         Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

Projektpartner:      MELCA-Ethiopia (Movement for Ecological Learning and Community Action)

Förderjahr:              seit 2021

Projektnr.:               147-21fe

 

 

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