Syrienhilfe – Hilfe für syrische Flüchtlinge

Wir unterstützen seit Jahren verschiedene Projekte der Syrienhilfe e.V., die ehrenamtlich direkte und persönliche Hilfe für Flüchtlinge innerhalb und außerhalb Syriens leistet.

Seit 2017 beteiligen wir uns auch an einem Schulprojekt in Beirut (Libanon) von syrischen Flüchtlingen für syrische Kinder für inzwischen fast 600 Schüler, unterrichtet von ca. 46 Lehrer/-innen.

Eine Schuldirektorin aus Syrien, die mit ihrer Familie nach Beirut fliehen musste, sorgte sich sehr wegen der zahllosen Kinder und Jugendlichen, die über unabsehbar viele Jahre ohne nennenswerte Bildungsangebote bleiben müssen. Um wenigstens einen Teil von ihnen vor Perspektivlosigkeit und den Verlockungen durch Kriminalität und Extremismus zu bewahren, hat sie mehrere andere Syrer mobilisiert und eine Schule gegründet.

Zu Beginn wurde im Zweischicht-Betrieb unterrichtet: vormittags die jüngeren Kinder, nachmittags die älteren Kinder und Jugendliche in beengten Klassenräumen. Im Sommer 2017 konnte dank finanzieller Hilfe aus Deutschland ein zweites Gebäude gemietet und in viel Eigenarbeit nach und nach umgebaut werden. Dieses beherbergt nun die Vorschulklassen, die Klassen eins und zwei sowie zusätzliche Toiletten, Computerlabor, Bibliothek, Sonnenschutz, einen Spielplatz u.v.m.

Da der Lebensunterhalt im Libanon im Vergleich zu Syrien sehr teuer ist, kamen die Lehrer mit ihrem Gehalt bei Weitem nicht zurecht und verließen teilweise die Schulen. Das stellte ein großes Problem dar. Darum setzt sich die Schöck-Familien-Stiftung seit 2018 finanziell auch für eine Erhöhung der Lehrergehälter ein.

Im Sommer 2020 erhielt die Schule nach jahrelanger Bemühung endlich die Registrierung und es müssen nun nicht mehr Unsummen bezahlt werden um die Abschlüsse der Schülerinnen und Schüler offiziell bestätigen zu lassen.

“Ich (Felicitas Schöck) konnte am 2. und 3.11.2018 mit eigenen Sinnen erleben, mit wie viel Engagement diese kluge, kreative und liebevoll strenge Direktorin und ihre Mitarbeiter/-innen sich um die im Libanon gestrandeten syrischen Familien kümmern. Die Fürsorge der Schulleitung reicht über den Unterricht hinaus auch in die Familien mit deren teils komplexen Alltagsproblemen hinein.”

Seit 2019 unterstützen wir zwei weitere Projekte für syrische Flüchtlinge in Beirut:

In einem Zentrum lernen syrische Flüchtlingsfrauen in einer eigenen Werkstatt das Schneiderinnen-Handwerk, gleichzeitig wird auch Kleidung hergestellt und verkauft. Zudem werden Kochkurse durchgeführt und verschiedene haltbare Speisen verkauft. Die Frauen erhalten somit die Möglichkeit Geld zu verdienen und ihre Familien zu unterstützen.

Als sich für dieses Zentrum ein gutes Helferteam gebildet hatte und alles gut funktionierte, hat sich dessen Leiterin einen zweiten Traum verwirklicht und ein Ausbildungszentrum für männliche Jugendliche gegründet. Hier können diese schreinern, schlossern, polstern, Computer reparieren und andere Dinge erlernen.

Nach der Explosion in Beirut am 4. August 2020 schrieb Herr Malige von der SyrienHilfe:

„Natürlich reagieren wir auf die Probleme der unzähligen Obdachlosen, die diese Katastrophe hervorgerufen hat: Die Direktorin der Schule beschafft trockene, unverderbliche Lebensmittel und Hygieneartikel und lagert sie in der Schule. Dort werden sie umverpackt in „Ersthilfepakete“ und in Abstimmung mit einer libanesischen Hilfsorganisation an Bedürftige verteilt. In unserem Frauenzentrum haben wir die „Küchenmaschine“ angeworfen und bereiten seit gestern fertig gekochte Mahlzeiten aus Reis, Gemüse und Fleisch zu, die ebenfalls in Abstimmung an Bedürftige verteilt werden. Und das Handwerkszentrum geht in Wohnungen und führt Reparaturarbeiten aus!“

Hilfe in den Flüchtlingslagern in Nordwestsyrien (Stand Oktober 2020):

In den Flüchtlingslagern ist die SyrienHilfe ebenfalls sehr aktiv. Wir haben sie finanziell bei der Umsetzung von Corona-Präventionsmaßnahmen unterstützt, da die Ansteckungen dort rapide steigen. So wurden mehrere Aktionen zur Verteilung von Seife und Desinfektionsmittel sowie Aufklärung gestartet. Die beengte räumliche Situation in den Lagern und die nicht vorhandene ärztliche Versorgung sowie die nahezu nicht vorhandenen Testmöglichkeiten lassen auch kaum etwas Anderes zu. Schutzmasken verlieren schnell ihre Funktion, da sie nicht ausreichend gewaschen werden können.

Schulbildung für Waisenkinder in einem Flüchtlingslager in Nordwest-Syrien:

Das Lager liegt direkt an der türkisch-syrischen Grenze und ist eines der größten Flüchtlingslager der Region. Dort wird die SyrienHilfe mit unserer finanziellen Unterstützung im November 2020 ein Bildungsprojekt starten, das sich insbesondere auf Waisenkinder konzentriert.

In 77% der Lager gibt es keine Schulen. In der Region wurden bisher 242 Schulen mit militärischen Angriffen zerstört, 61 davon durch Flugangriffe. Die Hälfte der noch bestehenden Schulen besteht aus Zelten. Insbesondere die Waisenkinder sind betroffen, die so kaum betreut oder unterstützt werden.

Die SyrienHilfe möchte ca. 600 Schüler/-innen mit diesem weiteren Schulprojekt erreichen, für viele von ihnen wird es das erste Mal und die einzige Möglichkeit sein, eine Schule zu besuchen. Sie werden u.a. in Arabisch, Mathematik und Englisch unterrichtet werden, zudem sind viele Aktivitäten wie Sport, Malen und Basteln geplant.

Projektträger:             SyrienHilfe e.V.

Förderjahr :                seit 2014

Projektnr.:                   35-14fe

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